Berlin-Blankenburg

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5. Bandmaschinenmuseum

Der Grundstein für das außergewöhnliche Bandmaschinenmuseum, das in der Blankenburger Parkstraße beheimatet ist,
wurde bereits im Jahr 1964 gelegt, als Dr. Jürgen Papenbrock (1923-1995), der Vater des späteren Gründers mit seinem
ersten Tonbandgerät der Marke AKAI im Gepäck von den Olympischen Spielen in Tokio/Japan nach Berlin zurückkam.
Dieses Gerät war das erste einer der größten Sammlungen japanischer Bandmaschinen, die es bis heute gegeben hat.



Reel2Reel PHILOSOPHIE

von Wolfgang Papenbrock

"Wir lieben diese faszinierenden Geräte und behandeln jedes einzelne, als wäre es unser eigenes!" - Mit diesem Bekenntnis zur Sorgfalt und Detailversessenheit gepaart mit hoher Fachkompetenz hatte das kleine Team von TAPE CONTROL in der Blankenburger Parkstraße fast 20 Jahre lang seine Kunden überzeugt. Unzählige Anhänger der analogen Tonbandtechnik, kurz "Reel to Reel / Reel2Reel" (Rolle zu Rolle) genannt, kamen nicht selten über weite Strecken zur persönlichen Übergabe und Abholung per Pkw oder Bahn angereist, um hier ihre in die Jahre gekommenen Bandmaschinen reparieren bzw. generalüberholen zu lassen. Anfahrten aus England, Lettland, Polen, Tschechien oder auch aus Österreich, Ungarn und Rumänien waren keine Seltenheit. Aus aller Welt gingen zudem Anfragen und Reparaturwünsche per E-Mail oder Telefon von Musikliebhabern und Sammlern ein. Alle auf der Suche nach kompetentem Rat zu den hochwertigen HiFi-Tonbandmaschinen der führenden japanischen Markenhersteller der 70er und 80er Jahre, wie AKAI, DENON, PIONEER, SONY, TEAC und Technics, auf die sich die kleine Fachwerkstatt im Nordosten Berlins spezialisiert hatte.

Schon bald nach dem Start war klar geworden, dass man diese Leidenschaft mit einer großen Fan- und Liebhabergemeinde teilt, die auf allen Kontinenten zuhause ist. Meist werden ein, zwei oder drei, ja oft auch 10 oder mehr Bandmaschinen mit der HiFi-Anlage im eigenen Wohn- oder Musikzimmer aufgestellt, um sich täglich an der wunderschönen Optik, der großartigen Technik und der unglaublichen Klangqualität zu erfreuen. Ein unter Sammlern bekanntes Phänomen wurde in den fast zwei Jahrzehnten internationaler Kontakte bei TAPE CONTROL vielfach bestätigt: Richtig glücklich ist, wer dazu auch die tolerante Partnerin oder Freunde hat, mit denen man sich über dieses ausgefallene Hobby genüsslich austauschen kann. Dies war wohl auch der Grund dafür, dass in den unzähligen persönlichen und telefonischen Bandmaschinengesprächen mit interessierten Kunden immer wieder der Wunsch nach internationaler Vernetzung mit Gleichgesinnten herauszuhören war.

Ein Spontankauf in Japan als Geburtsstunde der Sammlung

Bereits 1964 legte Dr. phil. habil. Jürgen Papenbrock (1923-1995) den Grundstein für eine der weltweit größten Sammlungen japanischer Tonbandgeräte. Als Delegations-Dolmetscher des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) war er offizieller Teilnehmer der Olympischen Sommerspielen in Tokio und kehrte mit seiner ersten AKAI-Bandmaschine im Gepäck nach Berlin zurück. Fortan entwickelte sich seine Zuneigung zu diesen technisch anspruchsvollen Tonaufzeichnungsgeräten für den Hausgebrauch, denen sich dank der großartigen Innovationsleistungen japanischer Ingenieure - insbesondere zwischen 1970 und 1985 - kaum ein Musikliebhaber mit eigener HiFi-Anlage entziehen konnte.

Die Bandmaschinenleidenschaft übertrug sich erst spät auf den ältesten Sohn, der nach dem Tode Dr. P.'s ab dem Frühjahr 1996 mit der stattlichen Sammlung auch das umfangreiche Dokumentenarchiv aus dem Nachlass seines Vaters übernahm. Der spätere Inhaber der Firma TAPE CONTROL pflegte auch die internationalen Sammlerkontakte weiter und führte die Sammlung als "Dr. P.'s Collector's Estate" fort.

Das Ende der letzten Vertragswerkstatt Berlins

Im Jahr 2006 schloss die wohl letzte Bandmaschinen-Vertragswerkstatt Berlins in der Pankower Damerowstraße ihr Ladengeschäft, in der seit 1980 die Sammlerstücke Dr. P.'s restauriert und gepflegt worden waren. Inhaber Reinhold Klaffke (1949-2018), einst im selben Haus in der Parkstraße 28 mit dem Autor dieser Zeilen in Blankenburg aufgewachsen, hatte seine Berufsausbildung mit dem Meisterbrief im Fachbereich "Tonbandtechnik" abgeschlossen. Seine Affinität zur Tontechnik in Verbindung mit der Liebe zur Musik, hatten ihn seit früher Jugend zu einem begehrten Ansprechpartner in der Ostberliner Rockmusikszene gemacht, wo er sich schon in den 60er und 70er Jahren als Gitarrist und Bandtechniker einen Namen machte. Kein Wunder also, dass von 1980 an viele seiner ehemaligen Musikerkollegen zu den treuesten Kunden seiner HiFi-Werkstatt zählten, bis sich Reinhold Klaffke dann 2006 zur Ruhe setzte und sein Geschäft in Pankow aufgab.

Zusammen mit einem erfahrenen Seniortechniker wurde darauf das Spezialequipment und der umfangreiche Manual-Bestand komplett in die eigene Werkstatt von TAPE CONTROL übernommen. Mit diesem konsequenten Schritt konnte eine tragende Säule der Kompetenz in Sachen japanischer HiFi-Oldtimer zum Nutzen aller Bandmaschinenliebhaber gerettet werden. Auch direkt in Japan wurden später die Ersatzteil- und Dokumentenbestände von zwei kleineren Spezialwerkstätten für AKAI, DENON und Technics in Osaka und Tokio aufgekauft. Regelmäßig trafen über die Jahre auch weitere Sammler- und Restaurationsobjekte für das heutige "BANDMASCHINENMUSEUM" in Berlin ein. Die japanischen Tonband-Exoten der 70er und 80er Jahre aus dem umfangreichen Sammlungsbestand werden derzeit in der Museumswerkstatt aufwendig instandgesetzt, katalogisiert und anschließend als Museums-Exponate für Sonderausstellungen bereitgestellt.

Was Liebhaber von Oldtimern und Bandmaschinen-Klassikern verbindet

Kfz-Oldtimer-Freunde und Liebhaber von Bandmaschinen auf der ganzen Welt verbindet weit mehr, als die Leidenschaft für historische Technik und nostalgisches Männerspielzeug. Was für die einen der ewige Traum einer Teilnahme bei der "Mille Miglia" ist, bleibt bei den anderen die meist unerfüllte Sehnsucht, die eigene Sammlung mit einem der Spitzenmodelle von AKAI (GX-747), SONY (TC-880), TEAC (F-1) oder Technics (RS-1800) krönen zu können. Auch wenn für einzelne dieser höchst begehrten HiFi-Oldtimer im restaurierten Zustand mittlerweile fünfstellige Summen gezahlt werden, ist das Sammeln von Bandmaschinen aus den 70er und 80er Jahren in allen Gesellschaftsschichten weiter verbreitet, als die meisten glauben. Abgesehen von den ungleich höheren Halterkosten aufseiten der Oldtimer-Fans hat das Hobby des Tonbandgeräte-Sammlers noch einen weiteren wesentlichen Vorteil: Seine Lieblinge brauchen auch im Winter keine Garage und lassen sich sogar im Wohnzimmer nach Belieben zur Entspannung nutzen! Ausgefeilte Analogtechnik kombiniert mit dem einzigartigen Design japanischer HiFi-Oldtimer wird auch in Zukunft noch viele neue Freunde finden. Von der anhaltenden Strahlkraft von Reel2Reel ist man auch im Team vom Bandmaschinenmuseum in Berlin-Blankenburg zu 100 Prozent überzeugt. (WP/20.05.2020)



4. Winfried Freudenberg (†)

Umfangreiche Recherchen bilden den Kern einer einzigartigen Dokumentation,
die derzeit vom VABB e.V. erarbeitet wird und am historischen Originalschauplatz
des tragischen Ereignisses vom 8. März 1989 im geschützten Rahmen einer
Mahn- und Gedenkstätte als Dauerausstellung veröffentlicht werden soll.


Winfried Freudenberg - geb. 29.08.1956 ✝ 08.03.1989

Der letzte Tote an der Berliner Mauer war in Berlin-Blankenburg mit einem selbstgebauten Gasballon
zu seinem waghalsigen Fluchtversuch gestartet. Nach 5 Stunden Flug über dem nächtlichen Berlin...

Es war der 8. März 1989 als in den frühen Morgenstunden ein junger Mann aus großer Höhe in den Garten einer Villa in Berlin-Zehlendorf zu Tode stürzte. Mit einem selbstgebauten Gasballon war der 32-jährige Ingenieur im Ostberliner Ortsteil Blankenburg zu seinem Flug über die Mauer aufgestiegen, den er wegen tragischer Umstände nicht überleben sollte. Am Startplatz seiner spektakulären Republikflucht, die in den Akten der Staatssicherheit als "EO = Ereignisort" und "Tatort" bezeichnet wird, hatte er zum letzten Mal lebend den Erdboden berührt. An diesem historischen Ort wollen engagierte Anwohner aus Anlass des 30. Jahrestages des Mauerfalls eine Mahn- und Gedenkstätte für Winfried Freudenberg einrichten, der als der letzte Tote an der Berliner Mauer in die Geschichte eingegangen ist.

Jugendredaktion/TRP/MR/19.04.2019
(letzte Aktualisierung 30.01.2020)


Foto aus MfS-Dokumentation vom Ballon-Startplatz am Morgen des 08.03.1989 (Q: BStU)


Ruhestätte von Wilfried Freudenberg auf dem Friedhof von Lüttgenrode


3. Vogelgnadenhof und Altenheim für Tiere e.V.

Der Vogelgnadenhof der Gründer Dirk Bufé und Hartmut Benter hat seit 2006 durch viele
Presse- und TV-Berichten die mediale Wahrnehmung von Berlin-Blankenburg erheblich mitgeprägt.


Mehr als "nur" ein Tierschutzverein!

Vogelgnadenhof und Altenheim für Tiere e.V.

Bereits seit dem 08.01.2006 existiert dieser in Deutschland wohl einzigartige Verein in Berlin-Blankenburg. Nach fast 12 Jahren aufopferungsvoller Hingabe für ihr privates Tierhospiz, das heute fast 300 zum Teil hochbetagte Vögel, Katzen und Hunde beherbergt, standen die beiden Gründer Dirk Bufé und Hartmut Benter im Herbst 2017 kurz vor dem Aus. Konflikte mit Bauvorschriften und genervten Nachbarn gipfelten schon im Jahr 2012 in der bezirksamtlichen Untersagung des stetig wachsenden Kleintier-Gnadenhofs auf dem Privatgrundstück in der Burgwallstraße.

In Wohngebieten innerhalb der Stadtgrenzen Berlins ist halt nur ein sogenanntes "stilles Gewerbe" genehmigungsfähig. Das ist aber mit den 70 Vögeln in den großen Freiland-Volieren und den 35 freilaufenden Hunden bei aller Liebe nicht zu machen. Da aber der berühmte Amtsschimmel meist auch nur ein (tierliebender) Mensch ist, wurde die vorübergehende Duldung mit der Auflage verknüpft, dass ein passender neuer Standort für das Tieraltenheim und seine überwiegend pflegebedürftigen Bewohner zu suchen sei.

Als der schon avisierte Umzug zum Bürgerpark in Pankow scheiterte und dann die Stadt für den geplanten Ausbau des Autobahnzubringers auch noch einen Teil des derzeitigen Geländes beanspruchte, war trotz der Unterstützung von mittlerweile über 500 Vereinsmitglieder nicht klar, wie es weitergehen sollte.

Seit Mitte 2018 ist die Hoffnung zurück bei den unermüdlichen Blankenburger Tierschützern: Mit Hilfe der Pankower BVV-Abgeordneten ist dem Verein nun ein 4000-qm-Grundstück am Rande des Gewerbegebietes Am Posseberg in Französisch-Buchholz angeboten worden. Eine auf Tierheime spezialisierte Fachfirma errichtet dort mit einer Ausnahmegenehmigung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe das großzügig geplante Domizil für die Schützlinge des neuen Heimtier-Gnadenhofs. Mit dem Umzug in den Buchholzer Neubau, der zum Jahresende 2019 geplant ist, erfüllt sich für Dirk Bufé und Hartmut Benter ein Lebenstraum.

Unser Ortsteil verliert zwei seiner ehrwürdigsten Mitbürger, die sich mit ihrem langjährigen persönlichen Einsatz in schonungslos aufopferungsvoller Hingabe dem Gemeinwohl verschrieben haben. In meinen Augen ein Musterbeispiel für gemeinnütziges Engagement mit einem außergewöhnlich humanistischen Anspruch, der weit über den Tierschutzgedanken hinausgeht. Stellvertretend für uns alle, die wir viele Jahre unseres Lebens mit der bedingungslosen Liebe und Treue eines Haustieres verbracht und bereichert haben, geben Bufé und Benter etwas zurück an diese liebenswerten Geschöpfe.

An jene, die wegen ihres Alters, ihrer Krankheiten oder nach schicksalhaften Ereignissen ihre menschlichen Bezugspersonen und damit ihr Zuhause verloren haben. Tiere, die gestern noch treue Begleiter ihrer verstorbenen Besitzer waren und heute unsere Hilfe brauchen, weil sie nicht mehr vermittelbar sind, aber einen friedlichen Lebensabend verdient haben.

Aus tiefster Überzeugung vergebe ich daher meine Stimme bei der Wahl zum "Berliner des Jahres 2019" an Dirk Bufé und Hartmut Benter und meine nächste Spende an den wahrlich gemeinnützigen Verein "Vogelgnadenhof und Altenheim für Tiere e.V."

Berlin-Blankenburg, den 27.01.2019
Wolf Blau


Ein Zögling vom "Vogelgnadenhof"


2. Kutsch- & Kremserfahrten / Blankenburger Hof

Der Fuhrbetrieb "Blankenburger Hof" von Peter S. (†) hat bis zum 10.08.2019 mit seinen
Kutschen und Kremsern viele Jahre das Straßenbild von Berlin-Blankenburg mitbestimmt.


Foto vom "Blankenburger Hof" Alt-Blankenburg 35

Blankenburg trauert um Peter

Am Samstag, den 10. August 2019, verunglückt in Malchow!

Und wieder ist ein Blankenburger Friedenssymbol verloren! Wir trauern um einen Mann, der unzähligen Kindern über Jahrzehnte mehr Freude bereitet hat, als all diese sinnfreien Ganzjahres-Böller-Raketen es jemals vermögen! Die einen nannten es "Verkehrshindernis", die anderen "ein wertvolles Stück Langsamkeit zum Innehalten" in der Hektik des Alltags, wenn sie auf der Hauptstraße hinter dem Kremser für einen Moment ausgebremst wurden. Nie sah man ihn seine Pferde hetzen - immer strahlte sein Fahrstil die Gelassenheit aus, die uns heute (fast) allen fehlt.

Wir vermissen das wohltuende Hufgeklacker Deiner gepflegten 2 PS von heute an für immer.

Fahr langsam, Peter! Auch jeder Raser folgt Dir irgendwann einmal nach!

Unser tiefes Beileid gilt Deiner Familie. Bei den Kindern und uns Alt-Blankenburgern bleibst Du mit Deinem Gespann für immer im Herzen!

Berlin-Blankenburg, den 12. August 2019
Wolf Blau


Foto vom 27. Juli 2019 - Sommerfest in den "Familiengärten"


Foto vom 27. Juli 2019 - Sommerfest in den "Familiengärten"


1. Hundemuseum

Das 1982 gegründete Berliner Hundemuseum von Margarete und Gerhard Laske (†) in Alt-Blankenburg 33
war 1992 ins Guinnes-Buch der Rekorde aufgenommen worden, weil es damals einzigartig war! Mit zuletzt über
20.000 außergewöhnlichen Exponaten sorgte es regelmäßig für weltweites Medieninteresse und bescherte damit
bis zu seiner Schließung im Jahr 2001 auch Berlin-Blankenburg ein hohes Maß an internationaler Aufmerksamkeit.

Der Artikel zum Hundemuseum wird derzeit überarbeitet. Eine ausführliche Aktualisierung folgt in Kürze.


Redaktion WISSEN | "Mein Berlin-Blankenburg" | 10. Mai 2020
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